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Grün leben

Langsam wächst ja in unserer Gesellschaft immer mehr das Bewusstsein, „grüne“ oder „Bio-“ Produkte zu kaufen und auf die Ökobilanz dieser Produkte zu achten (was weiterhin wegen mangelnder Informationen dazu sehr schwierig ist – sind Bio-Erdbeeren aus Südafrika ökologisch korrekt?).

Ein erster Schritt hierzu ist es sicherlich, mehr Lebensmittel beim „Bauern um die Ecke“ zu kaufen – Obst, Eier, Kartoffeln usw. Wenn dieser dann noch nach Demeter-Richtlinien vorgeht, dann umso besser.

Weiterhin kann sich der Verbraucher verstärkt über die Umweltfreundlichkeit der zu kaufenden Produkte informieren. Dies ist u.a. auf folgenden Webseiten möglich – Angaben zu weiteren Seiten sind absolut erwünscht:

  • EcoTopTen – mehr Überblick für Verbraucher (deutsche Seite)
  • lohasguide.de – Ethical Lifestyle Products (deutsche Seite). LOHAS ist die Abkürzung für „Lifestyle of Health and Sustainability“, was etwa bedeutet „Ausrichtung der Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit“.
  • GoodGuide – find save, healthy and green products (englischsprachig). Nach eigenen Aussagen die weltgrößte Informationsquelle über den Einfluss vieler Produkte auf Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft.
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China ist ja Ehrengast-Land der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Und es zeigt schon jetzt im Vorfeld der Ausstellung, wer Herr im Haus ist. Denn erstens bekommen natürlich nur regierungsfreundliche chinesische Literaten die Möglichkeit, in Frankfurt auszustellen. Und zweitens übt China Druck aus, um Auftritte regierungskritischer Stimmen auch schon im Vorfeld der Ausstellung zu verhindern.

So sollte die chinesische Umweltaktivistin und Journalistin DAI Qing auf einem Symposium in Frankfurt über Literatur reden, und der chinesische Exilschriftsteller BEI Ling sollte über Zensur und Selbstzensur chinesischer Literaten referieren (Auszüge aus dieser nun doch nicht gehaltenen Rede finden sich hier).

Beides konnte die chinesische Seite erfolgreich verhindern. Besonders peinlich für das PEN-Zentrum als Mitveranstalter dieses Symposiums, versteht sich doch der PEN als „Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller“.

Und was lernen die Chinesen daraus? Der Westen ist ein Papiertiger, den man nicht für ernst nehmen muss. Heiße Luft und nichts dahinter. So jemanden respektiert man nicht, sondern nutzt ihn nur aus, denn er ist sowieso kein gleichberechtigter Partner.

Und was lernt der Westen daraus? Nichts, denn erstens ist es nicht das erste Mal, dass China sich so verhält und dabei Erfolg hat – siehe z.B. 2004 bei der französischen Buchmesse in Paris, bei der der chinesische Literatur-Nobelpreisträger GAO Xingjian nicht eingeladen war. Und zweitens sind dem Westen Moral und Werte schon lange  egal, wenn nur Umsatz und Gewinn locken.

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Gedanken zum Fernsehen

Hier mal die Titel einiger „interessanter“ Sendungen, die in den letzten Wochen im deutschen Fernsehen (Privat und Öffentlich-Rechtlich) gelaufen sind:

  • Frauentausch – Das Aschenputtel-Experiment
  • Geld.Macht.Liebe – Familiensaga
  • Die Superlehrer – Doku-Soap
  • Autopsie – Mysteriöse Todesfälle
  • Promi Kocharena
  • Rosamunde Pilcher: Vermächtnis der Liebe
  • MusikantenDampfer
  • Sommermärchen 2009 – Wer ist die Traumfrau der Deutschen?
  • Ab ins Beet! Die Garten-Soap
  • Die Stunde der Witze!
  • Giulia in Love
  • Frauentausch
  • U20-Deutschland, deine Teenies: Sexy und glücklich dank Magen-OP
  • Heiße Girls – Erotische Clips
  • Erwachsen auf Probe. Doku-Soap
  • Exclusiv – Das Star-Magazin
  • Das Fast-Food-Duell
  • Heiterer Geburtstagskaffee mit schöner Frau-Bernd-Lutz Lange wird 65!

Jetzt frage ich mich schon: Macht das Fernsehen die Menschen dumm? Oder machen dumme Menschen Fernsehen? Oder steckt etwa sogar Absicht dahinter, denn dumme Menschen mucken weniger auf und lassen sich leichter ruhig stellen oder manipulieren? Aber wer möchte manipulieren? Und in welche Richtung?

Oder sollte alles nur ein großer Zufall sein? War nicht so beabsichtigt, sondern hat sich einfach so entwickelt – und wird jetzt in Kauf genommen bzw. sogar zum eigenen Vorteil genutzt? Aber von wem?

Vielleicht von den Leuten, die das Programm gestalten oder die darauf Einfluss haben oder die uns das Fernsehen „geschenkt“ haben?

Das wären dann Interessengruppen (Lobbys) oder die Parteien. Aber die wollen uns nun doch wirklich nicht manipulieren, oder?

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Panorama hat nachgefragt, beim bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer, wegen den Niedriglöhnen am Flughafen München, (siehe meinen Artikel (Wahlkampf-) Reden und die Wirklichkeit vom 17.07.2009). Seehofer stehe inhaltlich voll hinter seinem Finanzminister Fahrenschon, der gesagt hatte:

„Der Staat ist nicht dazu da, um in die Preisgestaltung einzugreifen. (…) Wir müssen am Flughafen München eine Infrastruktureinrichtung im Wettbewerb mit anderen Anbietern betreiben. Wir können den Wettbewerb auch an staatlichen Flughäfen nicht ausschalten.“

Handlungsbedarf sehe weder Fahrenschon noch Seehofer. Für den Ministerpräsidenten sei das Thema damit abgehakt und erledigt, so seine Pressesprecherin gegenüber Panorama (der komplette Artikel zum Nachlesen befindet sich hier).

So leicht geht das also – ein bißchen Aktionismus zeigen, aber dann auf die wirtschaftlichen Zwänge verweisen (den „Wettbewerb“), und schon sind die Prioritäten wieder ganz klar verteilt. Der Mensch, der Bürger steht eben nicht gerade an erster Stelle. Auch egal – Thema abgehakt und erledigt!

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Grundrechte-Report 2009

Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland

Auch in diesem Jahr dokumentiert der [avhamazon locale=“DE“ asin=“3596183731″ linktype=“text“ picsize=“small“]Grundrechte-Report[/avhamazon] die Verletzung der verfassungsmäßig garantierten Grundrechte der Bürger und Bürgerinnen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau des Überwachungsstaates u.a. durch die tagtägliche Erfassung von immer mehr privaten Informationen, durch die immer stärkere Einschränkung des Datenschutzes oder durch Lauschangriffe. Der [avhamazon locale=“DE“ asin=“3596183731″ linktype=“text“ picsize=“small“]Grundrechte-Report[/avhamazon] kritisiert außerdem die Verletzung der Pressefreiheit, die Einschränkung des Demonstrations- und Versammlungsrechts, die Verschärfung des Ausländer- und Flüchtlingsrechts und die zunehmende Repressionen gegenüber Muslimen.

Herausgegeben von:
Humanistische Union • Gustav Heinemann-Initiative • Komitee für Grundrechte und Demokratie • Bundesarbeitskreis Kritischer Juragruppen • PRO ASYL • Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein • Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen • Internationale Liga für Menschenrechte • Neue Richtervereinigung
[avhamazon locale=“DE“ asin=“3596183731″ linktype=“pic-text“ picsize=“medium“]Grundrechte-Report 2009 bestellen![/avhamazon]

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Der bayerische Ministerpräsident Seehofer will ja in diesem Jahr (und sicherlich nur rein zufällig vor der Bundestagswahl) von München aus die “Renaissance der sozialen Marktwirtschaft“ starten. Das ARD-Fernsehmagazin „Panorama“ hat daraufhin gestern mal die Wirklichkeit im Freistaat überprüft und ist auch prompt fündig geworden. So sieht derzeit die soziale Marktwirtschaft in Bayern aus (ob´s woanders besser ist?):

Der Flughafen München (an dem der Freistaat Bayern mit der Mehrheit von 51% beteiligt ist) hat kürzlich mehreren Mitarbeitern gekündigt – aus fadenscheinigen Gründen (u.a. weil ein Mitarbeiter sich an einem von ver.di organisierten Streik beteiligt hat und dies auf flughafeneigenem Gerät angekündigt hat). Diesen Mitarbeitern wurde später angeboten, in ihre alten Jobs zurückkehren zu können – angestellt allerdings nicht mehr beim Flughafen, sondern bei einer Billiglohnfirma. Dies hätte jedoch Gehaltseinbußen von rund 30% zur Folge (statt gut € 1.400 nur noch knapp € 1.000 netto). Wohlgemerkt für die gleiche Arbeit!

So funktioniert die soziale Marktwirtschaft tagtäglich bei uns in Deutschland!

Angesprochen auf diesen Vorgang versprach Seehofer, sich innerhalb einer Woche darum zu kümmern. Schau´n mer mal!

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Unbegrenztes Wachstum?

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise gibt es inzwischen – wenn auch nur zaghafte – Ansätze einer Diskussion über unser westliches Wirtschaftssystem. Eines der großen Dogmen des kapitalistischen Wirtschaftssystems ist das „Wachstum“. Ohne Wachstum funktioniere unser System nicht – dies ist auch die Essenz des Artikels „Der unsichtbare Gott – Warum es keinen krisenfesten Kapitalismus geben kann“ von Burkhard Müller in der SZ vom 03.07.2009.

Ohne Wachstum kann unser Wirtschaftssystem nicht funktionieren; und zwar deswegen nicht, weil jede Produktion in ihm an den Einsatz von Kapital gebunden ist.

Ein gewöhnliches ausgewachsenes Lebewesen aber gibt sich damit zufrieden, seine Existenz zu erhalten. Das Kapital jedoch kann nur leben, indem es dank des Mehrwerts wächst. Wo kein Mehrwert, da kann es sich als Kapital nicht halten, es fällt zurück in das alte tote Hort- und Schatzgeld, aus dem es irgendwann einmal hervorgegangen ist, oder es fällt gänzlich der Vernichtung anheim. Dass dieser Mechanismus funktioniert, ist die Bedingung für allen Fortschritt in Technologie, Wohlstand und Komfort gewesen, den wenigstens dieser Weltteil in den letzten zweihundert Jahren erlebt hat.

Er vergleicht das Kapital mit einer Welle, die sich dem Land nähert. Überschüssiges Kapital (der Kamm der Welle) suche sich zuerst sichere Anlagen, seien diese bereits besetzt, kämen unsichere Anlagen zum Zuge. Dies destabilisiere die Welle, die schlußendlich dann in sich zusammenbreche – Wirtschaftskrise. Nach einer Phase der Konsolidierung käme dann langsam die nächste Welle … und so weiter.

Das bedeutet im Endeffekt doch nichts anderes, als dass wir in einem ewigen Kreislauf gefangen sind, aus dem wir uns nicht befreien können – es sei denn, wir stellen unser derzeitiges System in frage. Und es ist m.A. nach auch höchste Zeit, dass eine „Welle von Diskussionen“ entsteht, die nach einem menschlicheren Gesicht unseres Wirtschaftssystems (und damit letztlich unserer Gesellschaft) suchen.

Ein Schritt in diese Richtung ist das Glossar der Krise von Peter Körte in der FAZ vom 17.07.2009 zum Thema „Wachstum“:

Das Wachstum als Inbild des Wünschbaren, als wichtigstes Mittel zur Gesundung der Wirtschaft ist weiter in Umlauf, obwohl es schon im Keim die Grenze enthält, weil Bäume sich ebenso wie Investitionen, Renditen und Umsätze nur bis zu dem Punkt entwickeln, an dem die Voraussetzungen ihrer Entwicklung beschädigt werden.

Unsere Welt ohne Wachstumsvorgaben von z.B. 25% jährlich, ohne den Wahn, immer vorwärts, immer weiter, weiter, weiter – ob es einmal wirklich soweit kommt?

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„China is not happy“

China is not happy

China is not happy

In meinem letzten Artikel („China ändert euch“) ist das Buch „China is not happy“ (korrekt eigentlich „China is not pleased“, 中国不高兴, zhongguo bu gaoxing) erwähnt. Im deutschsprachigen Web habe ich darüber kaum Informationen oder Reaktionen gefunden, daher hier einige Angaben zu Inhalt und Beurteilung:

Geschrieben von den gleichen Verfassern von „China Can Say No“ beschreibt dieses sehr umstrittene Buch (in China ein Bestseller) die Nöte der heutigen jungen Generation von Chinesen: Einerseits stolz auf eine vieltausendjährige Geschichte und Kultur, andererseits der immer stärker werdende Einfluß des Westens besonders in den urbanen Zonen des neuen Chinas. Dieser Einfluß, verbunden mit der Korruptheit der herrschenden Eliten, mache China unglücklich.

China benötige neue Helden, und wenn China erst eine (wirtschaftliche und politische) Supermacht sei, könne es die glorreichen Zeiten der Tang-Dynastie wieder aufleben lassen.

An diesem Buch zeigt sich explizit das Wiedererstarken des chinesischen Nationalismus in den letzten Jahren. China verstand sich ja schon immer als Mittelpunkt der Erde (wie es der chinesische Name schon sagt: 中国  zhongguo = Reich der Mitte). Selbst gebildete Chinesen schauen mehr oder weniger herablassend auf ihre asiatischen Nachbarn bzw. die Minderheitenvölker in ihrem eigenen Land. Die chinesische KP spielt die Karte des Nationalismus immer stärker, um zum einen den Chinesen ein Gefühl der Einheit zu vermitteln und um zum anderen von wirtschaftlichen und sozialen Problemen abzulenken.

Allerdings gab es auch andere Reaktionen, die vielleicht nicht so vorgesehen waren. Wie u.a. auf dem Expatify.com Blog sowie bei Asia Times zu lesen ist, gab es auch starke Kritik aus China an den Zuständen in China, und auch die KP war davon nicht ausgenommen. Viele Chinesen seien unglücklich, weil sich die Regierung zuwenig um Mißstände im eigenen Land und die Verbesserung der Lebensumstände kümmere.

Vielleicht auch einer der Gründe, warum es in letzter Zeit eher ruhig um das Buch geworden ist.

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„China ändert euch“

In einem lesenswerten Artikel der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Eiserne Harmonie“ findet sich folgende vielsagende Aussage des chinesischen Malers und Essayisten CHEN Danqing:

„Die meisten jungen Chinesen sind extrem nationalistisch. Die haben keine Ahnung, was am 4. Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz passierte. Was es mit Tibet und Taiwan auf sich hat. Sie sind nur extrem stolz auf sich und ihr Land. Und das wird noch zunehmen. Kennen Sie das Buch „China is not happy“? Ich habe nicht den Eindruck, dass ihr darauf vorbereitet seid. Der Westen erinnert mich in seinem Umgang mit China an all die hiesigen Intellektuellen, die in den Achtzigern in die Partei gingen, um sie von innen heraus zu ändern. Geändert haben sich nur diese Leute, nicht die Partei. Ihr denkt immer noch, dass ihr im Dialog mit China das System ändern könnt. Davon sehe ich nichts. Im Gegenteil. China ändert euch.“

Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, welchen großen Einfluß eine Weltmacht (in diesem Fall die USA) auf Europa und Deutschland haben kann, durch ihre wirtschaftliche Macht und auch (zumindest in der Anfangszeit) durch verheißungsvolle politische und gesellschaftliche Ideen. Diese Rolle wird m.M. nach China in den kommenden Jahren kontinuierlich einnehmen. Das bedeutet u.a. auch, dass die jetzige westliche Demokratie in großer Gefahr ist.

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In Zeiten des laufenden Wahlkampfs wird von Union (CDU/CSU) und FDP immer wieder der Begriff des „bürgerlichen Lager“ gebraucht, ein Begriff, mit dem sich trefflich manipulieren läßt. Der Wähler (also der Bürger) soll sich natürlich dem „bürgerlichen Lager“ zugehörig fühlen und dementsprechend wählen, alles andere ist ja … ja was eigentlich … unbürgerlich?

In Johannes Hampels Blog steht treffend:

“In der Demokratie sind wir alle Bürger. Egal ob wir Nadelstreifenanzüge, abgewetzte Jeans oder Latzhose tragen.”

Und der frühere Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Altliberale Burkhard Hirsch meint, „das ist vergorener Quatsch aus dem 19. Jahrhundert”.

Eine Diskussion über die Frage Wer hat den Begriff „bürgerliches Lager“ geprägt? findet sich hier.

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